Œil-de-Perdrix de Neuchâtel (1)

Œil-de-Perdrix aus Neuenburg: Geschichte, Degustation und wo man ihn entdeckt

Es gibt Weine, die eine ganze Region für sich erzählen. Der Œil-de-Perdrix gehört dazu. Dieser feine Roséwein mit seiner blassen, leuchtenden Farbe ist der sinnbildlichste Botschafter des Neuenburger Weinbaugebiets, so sehr, dass jede dritte im Kanton erzeugte Flasche seinen Namen trägt. Und doch trinken ihn viele, ohne seine Geschichte, sein Ursprungsterroir oder das zu kennen, was ihn von den unzähligen Rosés unterscheidet, die seinen Namen seither übernommen haben.

Wenn Sie den echten Œil-de-Perdrix aus Neuenburg verstehen und vor allem kosten möchten, dann am besten dort, wo er entstanden ist: am See, zwischen den Reben, die zum Wasser hinabsteigen, und den Kellern, die ihn seit über anderthalb Jahrhunderten keltern. Das Hôtel Beaulac, direkt am Seeufer und nur wenige Minuten von den ersten Weindörfern entfernt, ist der ideale Ausgangspunkt für diese Entdeckung. Buchen Sie Ihren Aufenthalt auf beaulac.ch und machen Sie sich auf den Weg zum Original.

Was ist der Œil-de-Perdrix genau?

Räumen wir zunächst mit einem häufigen Missverständnis auf. Der Œil-de-Perdrix ist keine Rebsorte, sondern ein Weintyp: ein Rosé, der ausschliesslich aus Pinot Noir gekeltert wird, nur kurz auf der Maische. Seine blasse Farbe, zwischen zartem Rosa und hellem Lachston, stammt nicht aus einer Verschneidung, sondern aus einer besonderen Vinifikation: Die Traubenschalen mazerieren nur einige Stunden, gerade genug, um den Most zart zu färben, bevor sie abgepresst werden. Das Ergebnis ist ein heller, feiner und frischer Wein, weit entfernt von den kräftiger gefärbten und gehaltvolleren Rosés.

Sein stimmungsvoller Name verweist auf seine Tönung, die, so sagt man, an die Farbe des Auges eines Rebhuhns erinnert. Der genaue Ursprung dieses poetischen Bildes bleibt umstritten, doch es hat die Jahrhunderte überdauert, und für die Neuenburger ist der Œil-de-Perdrix heute keine Farbe: Er ist ein Wein, ihr Wein.

Was ihn so kostbar macht, ist auch sein Anspruch. Das Neuenburger Weinbaugebiet weist einen der niedrigsten Erträge der Schweiz auf, was die Aromen konzentriert und eine gleichbleibende Qualität gewährleistet. Das gemässigte Klima, die kalkhaltigen, humusarmen und mineralstoffreichen Böden verleihen dem lokalen Pinot Noir eine besondere Finesse, die der Œil-de-Perdrix mit Eleganz zum Ausdruck bringt.

Œil-de-Perdrix de Neuchâtel

Eine Geschichte, die am Seeufer begann

Der Œil-de-Perdrix ist tief in der Geschichte von Neuenburg verwurzelt, und genau das trägt ihm den Titel des «Originals» ein. Die erste bekannte schriftliche Spur dieses Namens geht auf 1861 zurück: ein Etikett des Weinguts Louis Bovet, Encaveur in Areuse, ganz in der Nähe von Boudry. Doch der Ruf der Weine der Region ist weit älter. Schon im 18. Jahrhundert schrieb der Graf d’Escherny an seinen Freund Jean-Jacques Rousseau, dass die Weine von Cortaillod in guten Jahren den besten Burgundern gleichkämen. Ein ganzes Programm.

Der Erfolg dieses Rosés hatte eine unerwartete Folge: Er wurde kopiert. Bereits ab dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahmen andere Schweizer Weinregionen die Methode und den Namen, sodass man heute in mehreren Kantonen einen Œil-de-Perdrix findet. Da es nicht gelang, die Bezeichnung zu schützen, sicherten die Neuenburger Encaveure stattdessen eine jüngere und ebenso bemerkenswerte Spezialität: die Perdrix Blanche, einen Blanc de Pinot Noir von grosser Zartheit, den man unbedingt probieren sollte, wenn man ihm begegnet.

Dennoch bleibt der Œil-de-Perdrix aus Neuenburg die Referenz, das Original auf seinem Ursprungsterroir. Der Pinot Noir bedeckt heute mehr als die Hälfte der rund 600 Hektaren des kantonalen Weinbaugebiets, und der grösste Teil dient der Erzeugung dieses sinnbildlichen Rosés. Jede dritte im Kanton produzierte Flasche ist ein Œil-de-Perdrix: Man kann ruhig sagen, dass er in den Adern der Region fliesst.

Wie man ihn degustiert, und wozu

Der Œil-de-Perdrix wird jung und frisch genossen, idealerweise bei rund 8 bis 10 Grad. Im Glas zeigt er eine blasse, glänzende Farbe, dann eine feine Nase nach roten Beeren, Erdbeere, Himbeere, manchmal Kirsche. Am Gaumen ist er lebendig, trocken, von eleganter Frische, mit jener mineralischen Note, die für die Neuenburger Terroirs typisch ist, und einer für einen so leichten Rosé erstaunlich seidigen Textur.

Genau diese Finesse macht ihn am Tisch so vielseitig. Er glänzt als Apéro auf einer sonnigen Terrasse, begleitet aber ebenso bemerkenswert die Küche des Sees und der Region. Die Eglifilets, die unverzichtbare Spezialität Neuenburgs, harmonieren wunderbar mit ihm. Er passt genauso gut zu einer Platte mit lokaler Charcuterie, zu einem Tatar, zu gegrilltem Fisch oder zu einer leichten Sommerküche. Er ist der perfekte Begleiter eines Mittag- oder Abendessens am Wasser.

Im Restaurant Lake Side des Hôtel Beaulac wie auf dem Rooftop Waves zum Sonnenuntergang fasst ein Glas Œil-de-Perdrix mit Blick auf den See die Neuenburger Lebenskunst für sich allein zusammen: ein Wein aus der Gegend, eine Aussicht aufs Wasser und die Zeit, die langsamer wird. Es ist wohl die schönste Art, ihn zu entdecken, dort, wo er entstanden ist.

Wo man den Œil-de-Perdrix in Neuenburg entdeckt

Um zur Quelle zu gelangen, geht nichts über einen Besuch in den Weindörfern am See, die alle weniger als eine Viertelstunde vom Zentrum entfernt sind. Auvernier, Cortaillod (historische Wiege des Weins) und Boudry beherbergen mehrere Weingüter, die Besucher zu Degustationen empfangen. Der Chemin du Vignoble, der diese Dörfer zu Fuss am Hang verbindet, ist die schönste Art, Spaziergang und önologische Entdeckung zu verbinden, besonders am Ende des Sommers und im Herbst, zur Zeit der Weinlese.

Wer tiefer eintauchen möchte, dem erzählt das Musée de la Vigne et du Vin im Schloss Boudry die Geschichte des Weinbaugebiets und seiner Spezialitäten. Und das ganze Jahr über bietet der Dachverband der Neuenburger Weine Degustationen und Veranstaltungen an; den vollständigen Kalender sowie die öffentlich zugänglichen Keller finden Sie auf neuchatel-vins-terroir.ch. Die regionale Agenda von Jura & Trois-Lacs (j3l.ch) listet ebenfalls die önologischen Termine der Saison auf.

Der beste Moment, all das zu erleben? Der Spätsommer und der Herbst, wenn sich die Reben verfärben, die Keller vor Aktivität summen und die Fête des Vendanges Ende September das Terroir in der ganzen Stadt feiert. Doch der Œil-de-Perdrix lässt sich das ganze Jahr geniessen, und es gibt keine schlechte Jahreszeit, um sich ein Glas mit Blick auf den See zu gönnen.

Fazit

Der Œil-de-Perdrix ist nicht bloss ein Roséwein unter vielen. Er ist eine Signatur, eine über hundertsechzigjährige Geschichte und der reinste Ausdruck des Neuenburger Weinbaugebiets. Ihn auf seinem Ursprungsterroir zu entdecken, zwischen den Reben und dem See, verleiht ihm einen Geschmack, den keine anderswo geöffnete Flasche je erreichen wird.

Um dieses Erlebnis ganz auszukosten, gönnen Sie sich einen Aufenthalt dort, wo alles beginnt: am Seeufer, im Herzen von Neuenburg. Buchen Sie Ihr Zimmer im Hôtel Beaulac auf beaulac.ch, machen Sie sich tagsüber auf den Weg zu den Winzern und geniessen Sie am Abend ein Glas Œil-de-Perdrix vor dem Sonnenuntergang. Das Original erwartet Sie bei sich zu Hause.

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